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Eröffnung Martinsmarkt mit St.Martin hoch zu Ross 2015 und den Weinmajestäten

Von alters her wussten die Menschen, am Martinstag ist das bäuerliche Jahr vorbei. Jetzt beginnt eine stillere Zeit, eine Zeit des Dankes und des Auftankens, aber auch eine Zeit des Feierns. Und wo könne man dies besser als auf dem Dernauer Martinsmarkt, der mit seinen regionalen Köstlichkeiten, den bunt geschmückten Buden und Innenhöfen, den verschiedenen Kunsthandwerken und vielfältigen Angeboten zum Erleben und Verweilen einlädt.

Organisiert vom Verkehrsverein WeinKulturDorf Dernau, lockt die dreitägige Veranstaltung jedes Jahr unzählige Besucher an die Mittelahr. Rund um die St.-Johannes-Apostel-Kirche schaffen über 90 Teilnehmer mit Strohballen und Schwedenfeuern, Fackeln, Glühwein und Kinderpunsch eine freundliche und gemütliche Atmosphäre, die Besucher wie Einheimische zum Verweilen einlud.

Es ist ein alter Brauch, das Fest des heiligen Martin und die Teilung des Mantels zu feiern“, betont Ingrid Näkel-Surges vom ausrichtenden Verkehrsverein.

In Dernau wurde dieses Ereignis seit über 60 Jahren bis 2013 von Günther Müller nachgespielt. Hoch zu Ross übernimmt der St.Martin am Abend die Rolle des heiligen Mannes und führt den Martinszug durch die Straßen und Gassen der Gemeinde an. Gespannt verfolgen die Kinder das kleine Laienschauspiel mit anschließender Teilung des Mantels am Kinderspielplatz in der Bonnerstraße während in den Bergen rund um Dernau die letzten Vorbereitungen getroffen wurden.

Die fünf „Rotten“ des Weinortes machten sich für ihren Auftritt bereit. „Ende des 19. Jahrhunderts entstanden diese Rotten als sogenannte Räucherwehren“, erläutert Ingrid Näkel-Surges den Besuchern die Hintergründe. „Diese Wehren hatten die Aufgabe, die Weinberge vor dem Frühjahrsfrost zu schützen.“ So wurde jeder Rotte eine Fläche zugewiesen, die Haadte und Baache, die Kiere, Ortesse und Patt Nöcke. Ihre Aufgabe bestand darin, bei Temperaturen unter zwei Grad durch Anzünden der Teervorräte das ganze Dorf mit Rauchschwaden zu überziehen und so den Frost von den Reben abzuwenden.

Am Martinsfest lassen die Jugendlichen der einzelnen Rotten die alte Tradition wieder aufleben und sorgen damit für eine ganz außergewöhnliche Stimmung auf dem Dernauer Martinsmarkt. So wird jedes Jahr der Weinort im Tal von fünf imposanten Martinsfeuern auf den angrenzenden Bergen erleuchtet. Und während sich der Himmel über Dernau vom Schein der mächtigen Flammen rot färbte, erwärmten sich die Gäste im Ort an den aufgestellten Feuerschalen, und der heiße Glühwein sorgte für warme Kehlen.

Auch am Sonntag sind in Dernau wieder zahlreiche Besucher unterwegs, bestaunen die Handwerkskunst und lassen sich die Köstlichkeiten schmecken, bevor die Junggesellen gegen Abend den Kirmesmann „Zachäus“ zum Flammentod verurteilten.

  Dernau gibt es fünf Dorfgemeinschaften, die fünf Rotten, benannt nach den historischen Ortsteilen:

Martinsmarkt